Wildmonitoring beschreibt die strukturierte Beobachtung, Dokumentation und Auswertung von Wildtierbewegungen, Aufenthaltsbereichen und Veränderungen im Lebensraum. Ziel ist es, bessere Grundlagen für Tier- und Naturschutz, Jagd, Landwirtschaft und regionale Zusammenarbeit zu schaffen.

Was bedeutet Wildmonitoring?

Beim Wildmonitoring werden Beobachtungen systematisch erfasst und ausgewertet. Dazu können Sichtungen, Wildkameraaufnahmen, Drohnenflüge, Spuren, Fallwildmeldungen, Revierkenntnisse und Flächeninformationen gehören. Entscheidend ist nicht die einzelne Beobachtung, sondern die nachvollziehbare Zusammenführung vieler Informationen.

Ziele des Wildmonitorings

  • Erkennen von Wildtierbewegungen und Aufenthaltsbereichen,
  • bessere Einschätzung von Lebensräumen und Rückzugsräumen,
  • Unterstützung von Tier- und Naturschutzmaßnahmen,
  • Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Jagd, Kommunen und Naturschutz,
  • Dokumentation von Beobachtungen für spätere Auswertungen,
  • Unterstützung tierschutzgerechter Maßnahmen, zum Beispiel bei Rehkitzrettung oder Tierseuchenlagen.

Beispiel: Unterstützung bei ASP-Lagen und Kadaversuche

Ein mögliches Einsatzfeld moderner Wildtierbeobachtung ist die Unterstützung bei der Suche nach verendeten Wildschweinen im Zusammenhang mit der Afrikanischen Schweinepest, kurz ASP. Dabei geht es nicht um eigenmächtige Maßnahmen, sondern um eine unterstützende Rolle in behördlich abgestimmten Such- und Dokumentationsprozessen.

Was ist ASP?

Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die Haus- und Wildschweine betrifft. Für Menschen ist ASP ungefährlich. Für Schweine und Wildschweine ist die Erkrankung jedoch sehr schwerwiegend und kann erhebliche Folgen für Tiergesundheit, Landwirtschaft, Jagd und regionale Wirtschaft haben.

Das Virus kann unter anderem durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder Kadavern übertragen werden. Auch indirekte Übertragungswege sind relevant, zum Beispiel kontaminierte Ausrüstung, Fahrzeuge, Kleidung oder unsachgemäß entsorgte Lebensmittel mit Schweinefleischerzeugnissen.

Warum Kadaversuche wichtig ist

Verendete Wildschweine können eine Infektionsquelle darstellen. Werden Kadaver frühzeitig gefunden, können zuständige Stellen Proben nehmen, Fundorte dokumentieren, Schutzmaßnahmen planen und eine weitere Verschleppung besser verhindern.

Wie Drohnen unterstützen können

Drohnen mit Wärmebild- und Zoomtechnik können Suchteams bei der Lageerkundung unterstützen. Sie können Flächen systematisch überfliegen, auffällige Wärme- oder Sichtsignaturen markieren und Bodenteams gezielter einweisen. Dabei ersetzt die Drohne keine Kadaverspürhunde, keine behördliche Bewertung und keine veterinärrechtlichen Maßnahmen.

Unsere Rolle als Verein

Wildmonitoring Mittelhessen e. V. kann im Rahmen seiner satzungsgemäßen Ziele unterstützend tätig werden: durch Beobachtung, Dokumentation, technische Unterstützung, Abstimmung mit regionalen Akteuren und verantwortungsvolle Nutzung von Drohnentechnik. Einsätze im ASP-Kontext erfolgen ausschließlich in Abstimmung mit den zuständigen Behörden, Jagdausübungsberechtigten, Grundstücksberechtigten und weiteren Beteiligten.

Wichtige Grundsätze

  • Keine eigenmächtige Bergung oder Beprobung ohne zuständige Stellen,
  • Beachtung von Hygiene-, Seuchen- und Biosicherheitsregeln,
  • Dokumentation von Fund- und Beobachtungspunkten,
  • klare Kommunikation mit Behörden, Jagd und Landwirtschaft,
  • Schutz personenbezogener Daten und respektvoller Umgang mit sensiblen Informationen.